Bio-Weine - Weinbau nach ökologischen Richtlinien

Längst sind Bio-Weine keine Randerscheinung mehr – die Anzahl der nach ökologischen Richtlinien arbeitenden Weingütern nimmt stetig zu und damit auch die Bio-Weinbergsflächen.
Spannend auch für Weinliebhaber, die einem Bio-Wein eher skeptisch gegenüberstehen. Denn: wahrscheinlich haben sie bereits Bio-Weine getrunken, ohne es überhaupt gemerkt zu haben. Wie das sein kann, lesen Sie hier.

Inhaltsüberblick

  1. Wie erkenne ich einen Bio-Wein?
  2. Was kennzeichnet ökologischen Weinbau?
    Artenvielfalt im Weinberg und natürlicher Lebensraum
    Zielgerichtet Begrünung im Weinberg
    Prophylaxe statt Schadensbekämpfung – Pflanzengesundheit fördern
    Bodenfruchtbarkeit erhöhen
  3. Offizielle Bio-Wein Regelungen
  4. Was kennzeichnet konventionellen Weinbau?
    Integrierter Weinbau und Weine, die eigentlich Bio-Weine sind
  5. Warum entscheidet sich ein Winzer für biologische oder biodynamische Anbauweise?
  6. Schmeckt Bio-Wein anders?
    PIWI-Rebsorten – eigens gezüchtet für den Bioweinbau
    Terroirgedanke und Bio-Wein
  7. Sind Bio-Weine immer vegan?
  8. Auf dem Flaschenetikett steht: ‚Wein aus ökologischer Umstellung‘ – was bedeutet das?
  9. Was ist biologisch-dynamischer Weinbau nach Demeter?

Wie erkenne ich einen Bio-Wein?

Weine, die nach ökologischen Grundsätzen hergestellt wurden, sind am europäischen Biosiegel erkennbar - einem Blatt aus weißen Sternen auf grünem Grund.
Manche Winzer entscheiden sich über die EU-Verordnung hinaus Mitglied in einem Bio-Verband zu werden und eine zusätzliche Zertifizierung anzustreben und arbeiten dann nach strengeren, verbandspezifischen Richtlinien. Zu erkennen sind diese Weine an einem zusätzlichen Logo eines Bio-Verbandes wie Bioland, ECOVIN oder Demeter (siehe Weingut Wöhrle und Gustavshof).

  • europäisches Bio-Siegel
  • Logo von Bio-Verbänden wie Bioland, ECOVIN oder Demeter

Was kennzeichnet ökologischen Weinbau? – Natürlichkeit im Bio-Weinberg!

Artenvielfalt im Weinberg und natürlicher Lebensraum

Der biologische Weinberg unterscheidet sich optisch meist eindeutig von einem konventionell bewirtschafteten Weinberg. In den Rebzeilen wächst eine Begrünung, die gezielt ausgebracht wurde. So wird die Monokultur ‚Weinberg‘ ausgeglichen, was zu einer größeren Artenvielfalt und einem natürlichen Gleichgewicht zwischen tierischen Schädlingen und Nützlingen führt. Gleichzeitig bietet der ökologische Rebberg nicht nur verschiedenen Pflanzen, sondern auch Insekten, Kleintieren und Nützlingen einen Lebensraum.

Zielgerichtete Begrünung im Weinberg

Unkräuter (der Bio-Winzer nennt sie ‚Beikräuter‘) werden im ökologischen Weinbau entweder maschinell beseitigt, abgeflammt oder es werden unter dem Stock gezielt niedrigwachsende Pflanzen gesät oder gepflanzt, die gar nicht erst in die Traubenzone wachsen können. Chemische Kontaktherbizide, die alle grünen Pflanzenteile, mit denen sie in Berührung kommen absterben lassen, finden im Bio-Weinbau keine Verwendung.

Zugleich sorgt die Begrünung zwischen den Zeilen für einen lebendigen, lockeren und durchwurzelten Boden. Bodennährstoffe werden auf diese Weise nicht ausgewaschen, sondern von den Begrünungspflanzen (z.B. stickstoffbindenden Leguminosen) aufgenommen. Diese geben die gespeicherten Nährstoffe wieder ab, wenn sie zum Zeitpunkt eines großen Nährstoffbedarfs der Rebe maschinell umgebrochen werden.

Prophylaxe statt Schadensbekämpfung – Pflanzengesundheit fördern

Der Bio-Winzer ist bestrebt, das ökologische Gleichgewicht und den Gesundheitszustand der Reben zu erhalten und zu fördern und arbeitet mehr vorbeugend als schadensregulierend. Im Bio-Weinbau werden keine chemisch-synthetischen Substanzen ausgebracht, um die Belastung für die Umwelt so weit es geht zu reduzieren.

Gegen Erkrankungen der Pflanzen setzt der Bio-Winzer Schwefel, Kupfer und Pflanzenstärkungsmittel ein, welche die Widerstandsfähigkeit der Reben erhöhen oder das natürliche Gleichgewicht im Weinberg wiederherstellen.

Auch für den biologischen Weinbau entwickelte Pflanzenschutzmittel, zum Beispiel auf der Basis von Ölen, finden Verwendung. Diese können bei akut auftretenden Problemen Abhilfe schaffen, sind aber in der Regel nicht so effektiv oder schnellwirkend wie konventionelle Pflanzenschutzmittel. Der Fokus liegt im Bio-Weinbau immer auf den vorbeugenden Maßnahmen.

Bodenfruchtbarkeit erhöhen

Der Boden und die Bodenfruchtbarkeit nehmen eine große Rolle im ökologischen Weinbau ein. Statt dem Boden fehlende Nährstoffe durch mineralische Düngung zuzuführen, werden Bedingungen für eine gute Bodenfruchtbarkeit geschaffen. Mineralische Ausgleichsdüngungen sind nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Dafür wird verstärkt auf das Ausbringen von Humus, Kompost und anderen organische Nährstofflieferanten, wie abgepresstes Traubenmaterial gesetzt.

BIOWEINBAU in Stichworten:

  • gezielte Begrünung im Weinbau
  • Nützlingsförderung und Artenvielfalt
  • Mechanische statt chemische Unkrautbeseitigung
  • Fruchtfolge statt Monokultur
  • geeignete Sortenwahl

Offizielle Bio-Wein Regelungen

Im Jahr 2012 wurde in der EU eine Öko-Verordnung eingeführt. Bis zu diesem Zeitpunkt durfte lediglich der Zusatz ‚Wein aus Trauben aus ökologischem/biologischem Anbau‘ auf dem Etikett geführt werden. Für den Weinausbau im Keller gab es bis dahin keine Vorgaben und so war die Bezeichnung ‚Bio-Wein‘ bis dahin streng genommen nicht korrekt.

Mit der neuen EU-Bio-Verordnung kamen erstmals auch Auflagen für die Kellerwirtschaft hinzu. In einer Positivliste finden sich Erzeugnisse und Stoffe, die zur Weinbereitung zugelassen sind. Weiter gelten gewisse kellertechnische Verfahren laut dieser Rechtsvorschrift nicht mehr als zulässig. Gentechnisch veränderte Stoffe (kurz GVOs) dürfen im ökologischen Weinbau nicht verwendet werden. Auch die Schwefelobergrenze für Bio-Weine liegt deutlich unter den Höchstwerten von konventionell hergestelltem Wein.

BIOWEINE in Stichworten:

  • niedriger Schwefelgehalt
  • ohne gentechnisch veränderte Stoffe hergestellt

Was kennzeichnet konventionellen Weinbau?

Im konventionellen Weinbau dürfen stark wirksame chemisch-synthetische Substanzen verwendet werden. Der Boden darf mineralisch gedüngt werden und im Keller gibt es ein breites Spektrum an Hilfsstoffen und Schönungsmitteln, auf welche zurückgegriffen werden kann.

Integrierter Weinbau und Weine, die eigentlich Bio-Weine sind

Doch auch die konventionell arbeitenden Winzer achten in der Regel darauf, möglichst naturnah und umweltschonend zu arbeiten. Der Begriff des ‚integrierten Weinbaus‘ ist in diesem Zusammenhang wichtig. Dahinter steht die Philosophie des weitgehenden Verzichts auf chemische Pflanzenschutzmittel und ein nachhaltiger und behutsamer Umgang mit Ressourcen. Es wird verstärkt auf natürliche Begebenheiten geachtet und beispielsweise der Standortwahl und der Wahl der Rebsorten große Bedeutung beigemessen.

Viele konventionelle Winzer arbeiten auch nach biologischen Vorgaben, ohne aber die Zertifizierung zum Bio-Betrieb angestrebt zu haben. Hinter manchen Weinen verstecken sich also in Wahrheit Bio-Weine. Genau Hinschauen und Nachfragen lohnt also!

Weingüter, die nachhaltigen, integrierten Weinbau betreiben sind zum Beispiel Arndt Köbelin, Clemens Lang und Tobias Köninger.

Warum entscheidet sich ein Winzer für biologische oder biodynamische Anbauweise?

Hinter dem biologischen und mehr noch hinter dem biodynamischen Weinbau steht mehr eine Ideologie und weniger wirtschaftliche Interessen. Der Winzer, der nach solchen Richtlinien arbeitet, strebt nach einem besonders verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und möchte in seinen Weinbergen biologische Vielfalt fördern. Dabei nimmt er in Kauf, dass er auch einmal einen Teil seiner Ernte verlieren kann, wenn der Weinberg aus dem Gleichgewicht gerät und geht damit ein höheres wirtschaftliches Risiko ein.

Der Anbau von Biowein ist in der Regel arbeitsintensiver und dem Winzer stehen nicht die effektiv wirkenden Pflanzenschutzmittel des konventionellen Weinbaus zur Verfügung.

Tatsächlich stellen einige Betriebe auf ökologische Arbeitsweise um, da es der eigenen Gesundheit und der der Mitarbeiter zuträglich ist, wenn man weniger mit schädlichen Substanzen in Berührung kommt.

Schmeckt Bio-Wein anders?

PIWI-Rebsorten – eigens gezüchtet für den Bioweinbau

Bio-Wein schmeckt nicht unbedingt anders als Wein aus konventioneller Herstellung, denn im ökologischen Weinbau werden die gleichen Rebsorten angebaut, wie im konventionellen Weinbau.

Darüber hinaus kultivieren Bio-Winzer gerne sogenannte PIWI-Rebsorten, das sind neugezüchtete Rebsorten, die eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber Pilzerkrankungen der Rebe aufweisen.

Obwohl für den ökologischen Weinbau gezüchtet, gibt es auch konventionell arbeitende Winzer, die großen Wert auf naturnahe Anbauweise legen und die es schätzen, dass die PIWI-Rebsorten einen geringeren Bedarf an synthetischen Pflanzenschutzmitteln haben.

Bekannte PIWI-Rebsorte ist die weiße Sorte Johanniter, eine bereits 1968 zugelassene Rebe mit dem Riesling als Muttersorte oder auch die rote Rebsorte Regent, deren Weine an reife Merlots oder dichte Dornfelder erinnern können.

Terroirgedanke und Bio-Wein

Es gibt Meinungen, dass der Bio-Wein zum Teil ausdrucksstärker sei und den Lagencharakter expressiver zum Ausdruck bringe als ein konventionell erzeugter Wein. Dies sei darauf zurückzuführen, dass die Weinberge naturbelassener und weniger mit stark eingreifenden Mitteln bearbeitet werden. Dadurch würden die Bio-Weine das Terroir stärker widerspiegeln.

Sind Bio-Weine immer vegan?

Nein, denn auch im Bio-Weinbau dürfen bei der Weinbereitung Schönungsmittel tierischen Ursprungs verwendet werden. Ein verlässlicher Hinweis auf einen veganen Wein bietet die Vegan-Blume, ein Logo auf dem Flaschenetikett. In unserem Webshop tragen die Weine von Gustavshof und Bousquet das Vegan-Logo.

Doch es gibt auch einige Winzer, die ihre Weine vegan herstellen und dies nicht angeben, wie zum Beispiel das Weingut Siegbert Bimmerle. Gerne beraten wir Sie dahingehend!

Auf dem Flaschenetikett steht: ‚Wein aus ökologischer Umstellung‘ – was bedeutet das?

Da die Rebe eine mehrjährige Kultur ist, dauert die Umstellung von konventionellen auf biologischen Weinbau drei Jahre. In dieser Zeit befindet sich der Betrieb in der sogenannten Umstellungsphase, das heißt, er wird nach ökologischen Richtlinien geführt und dahingehend kontrolliert. Erst nach Ablauf dieser Zeit darf der Wein als Erzeugnis aus ökologischem Landbau bezeichnet werden.
Das Weingut Gut von Beiden zum Beispiel befindet sich seit März 2021 in Umstellung auf ökologischen Weinbau.

Was ist biologisch-dynamischer Weinbau nach Demeter?

Hinter dem biologisch-dynamischen Weinbau steht ein ganzheitlicher Ansatz, der von dem Anthroposophen Rudolf Steiner entwickelt wurde. Der Kreislaufgedanke ist die Leitidee des biologisch-dynamischen Weinbaus. So wird der landwirtschaftliche Betrieb als Ganzes gesehen, weswegen zum Beispiel der Dung der eigenen Tiere bewusst den Weinbergen als Dünger wieder zugeführt wird. Auch Präparate kommen zum Einsatz, das sind vitalisierende Zubereitungen für Boden und Pflanzen.
In unserem Webshop führen wir biodynamische Weine von Gustavshof und Chateau de Chambert.

BIODYNAMISCHER WEINBAU in Stichworten:

  • ganzheitlicher Ansatz
  • Einsatz von Präparaten
  • begründet vom Anthroposophen Rudolf Steiner

 

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