Portwein - der bekannte Süßwein aus Portugal

Portwein - der „Englishmen Wine“

London, 1678. England befindet sich seit langem in kriegerischen Auseinandersetzungen mit Frankreich und so erstaunt es einen einheimischen Weinhändler wenig, als ein Handelsembargo erlassen wird. Dieses beinhaltet einen Einfuhrstopp für französische Weine. Was nun? Der Händler hat sich in den letzten Jahren auf den Import der beliebten französischen Tropfen spezialisiert und konnte gutes Geld damit verdienen. Zuhause hat er Frau und drei Kinder zu versorgen, bald wird noch ein weiteres dazukommen. Eine Alternative für Bordeaux und Burgunder muss her! Und so begibt sich der Weinhändler auf eine Reise. Sein Ziel ist Portugal, ein alter Verbündeter und Handelspartner der englischen Krone. Seit der englische König Charles II. vor sechzehn Jahren mit der portugiesischen Prinzessin Katarina von Braganca vermählt wurde, hat sich die Handelsbeziehung der beiden Länder sogar noch verbessert. Nach einer langen Reise legt sein Schiff in Porto an, einer Hafenstadt am Duoro-Fluss. Der Wein hier ist erstaunlich gut und der Händler sich sicher, dass er Wein gefunden hat, der seiner englischen Kundschaft zusagen wird. Mit einem der lokalen Weinhändler einigt er sich. Eine Schiffsladung soll in sein Heimatland exportiert werden. Diese Überfahrt wird lange dauern, knapp tausend Seemeilen müssen zurückgelegt werden. Der Händler erinnert sich nur zu gut an den Tag, als er im Londoner Hafen eine Ladung französischer Weine entgegennahm. Diese eigentlich so kurze Schiffsreise über den Ärmelkanal stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Der Kapitän musste an einem Freitag in See stechen und dieser galt als Unglückstag unter den Seeleuten. Auch die Schutzheiligen der Schiffer schienen das Blatt nicht mehr wenden zu können. Das Schiff kam in eine Flaute und dümpelte fast drei Wochen lang zwischen Frankreich und England, während die Sonne unbarmherzig niederbrannte. Als die Ladung dann endlich im Hafen gelöscht werden konnte, war die Freude darüber nicht von langer Dauer. Beim Probieren wurde klar, der Wein hatte die Schiffsreise nicht überstanden und war gekippt. Dem englischen Händler blieb nichts anderes, als anzuordnen allen Wein in die Themse zu leeren. „Das passiert mir nicht noch einmal!“, denkt er, als er die mit portugiesischem Wein gefüllten Fässer betrachtet. Und so ordnet er an, allen vor der Abreise eine ordentliche Menge Branntwein zuzusetzen. Der sich so einstellende höhere Alkoholgehalt soll den Wein haltbarer machen...

So oder so ähnlich mag es sich in der Geburtsstunde des Portweins einst zugetragen haben. Oder fanden englische Händler Wein, dem Branntwein zugesetzt wurde, schon so im Douro-Tal vor? Fest steht, dass Portwein für lange Zeit zum meistgetrunkenen Wein Englands wurde, was ihm den Beinamen „Englishmen Wine“ einbrachte.

Portwein – eine Besonderheit

Es entwickelte sich das bis heute gängige Verfahren, den halbvergorenen Wein in ein Fass zu legen, welches bereits mit einem Teil hochprozentigem Branntwein gefüllt ist. Portwein zählt also, wie auch Sherry und Madeira, zu den aufgespriteten Weinerzeugnissen. 

Durch die Zugabe von Branntwein stellt sich ein Alkoholgehalt zwischen 19 und 22 Volumenprozent ein. Das führt innerhalb einiger Stunden zum Absterben der empfindlichen Hefen, die Gärung stoppt. So entsteht der Grundstoff des Portweins, welcher bei einem relativ hohen Alkoholgehalt so viel Restzucker aufweist, dass er eine angenehme Süsse beibehält.

Weiterentwicklung des Weines bestimmen und kontrollieren

Für den jungen Portwein wird nun je nach Qualität und Entwicklungspotential die weitere Verarbeitung festgelegt. Grob unterscheidet man zwischen flaschengereiften Ruby Ports und fassgereiften Tawny Ports. Grundsätzlich sind etwa 90 Prozent aller Portweine rot, einen kleinen Anteil machen weisse Ports und Pink-Ports (als Rosé gekeltert) aus.

Hat der Oenologe den Port schliesslich nach seinen Vorstellungen reifen lassen, wird er vor dem Markteintritt noch dem Douro- und Portweininstitut, kurz IVDP (Instituto dos Vinhos do Douro e Porto) vorgeführt. Dort wird der Wein in einer Blindverkostung beurteilt und je nachdem wie das IVDP den Wein deklariert, darf er verkauft werden.

Was steckt drin?

Portwein ist nie reinsortig ausgebaut, sondern immer ein Verschnitt verschiedener Sorten und bis auf Ausnahmen, auch verschiedener Jahrgänge. Die fünf wichtigsten roten Rebsorten bei der Portweinherstellung sind Touriga Nacional, Touriga Franca, Touriga Roriz, Tinta Cao und Tinta Barroco. Bei den weissen Reborten sind die am meisten verbreiteten Sorten Codega und Malvasia Fina.

Man geniesst Portwein in der Regel als Aperitif oder Digestif. Ab und zu begleitet er ein Dessert, selten ein Essen. Alle werden leicht gekühlt getrunken, da der hohe Alkoholgehalt ansonsten brandig wirken würde.

Weinbergslagen und Terroir

Bereits 1756 wurde das fast unveränderlich bis heute geltende Portweingebiet festgelegt. Es gliedert sich in die drei Regionen Unterer Cargo (Baixo Corgo), Oberer Cargo (Cima Corgo) und Höherer Douro (Douro Superior). Die einzelnen Weinbergslagen wurden vom Portweininstitut beurteilt und  in ein neunstufiges Kategoriensystem (A - I) eingeteilt, das sogenannte Cadastro-System.

Die Trauben für diese schöne Spielart des Weines wachsen auf Schieferböden und werden in Weinbergen an beiden Seiten des Douro-Tals auf 24 600 ha einer insgesamt 250 000 ha grossen Fläche angebaut. Im Douro-Tal wird aber nicht nur Portwein gewonnen. Auf weiteren 19 400 ha werden Trauben angebaut, die als trockener Wein unter der Bezeichnung Duoro DOC-Wein auf den Markt kommen.

Die Reben sind in langen Reihen quer zum Hang ausgerichtet und stehen zum Teil auf Terrassen. Noch heute können die meisten Arbeiten im Weinberg nur in Handarbeit erledigt werden, was nicht nur in den heissen Sommern mehr als beschwerlich ist.

Übersicht der verschiedenen Portweine

Ruby Ports

Alle Ruby Ports entwickeln sich zunächst während zwei bis drei Jahren in grossen Fässern. Diese werden auf portugiesisch „balseiros“ genannt und fassen zwischen 50 000 und 100 000 Liter. Sie sind meist aus Holz gefertigt, ein geringer Anteil auch aus Beton oder Edelstahl. Die verschiedenen Ruby Ports werden mit bis zu 18 °C am wärmsten getrunken.

Man gliedert die Ruby Ports in drei Kategorien:

        Standard Ruby Ports

        Late Bottled Vintage Ports (LBV)

        Vintage Ports

Standard Ruby Ports

Einfache, fruchtige Qualitäten werden nach der kurzen Fassreife in „balseiros“ auf Flaschen gefüllt und jung getrunken. Sie haben zu diesem Zeitpunkt kaum von ihrer tiefroten Farbe eingebüsst und weisen meist viel Süsse auf.

Late Bottled Vintage (LBV)

Der Late Bottled Vintage ist ein Jahrgangs-Portwein. Er ist sehr fruchtig und komplex und weist Besonderheiten auf, die auf die im Jahr der Traubenernte vorherrschenden Gegebenheiten zurückzuführen sind. Er wird nach vier bis sechs Jahren auf Flaschen gefüllt und ist dann trinkreif.

Vintage Port

Der Vintage Port bildet die Königsklasse der Portweine und ist ebenfalls ein Jahrgangs- Portwein. Dessen herausragende Qualität würde im Verschnitt mit anderen Jahrgängen nicht zur Geltung kommen. Das Douro- und Portweininstitut (IVDP) beurteilt im Durchschnitt nur etwa alle vier Jahre die Voraussetzungen für die Herstellung eines Vintage Ports als gegeben. Nach einer kurzen Fassreife von zwei bis drei Jahren entwickelt er sein Potential dann in der Flasche. Darin sollte er mindestens 20 Jahre lang reifen. Während dieser Zeit verblasst die Farbe und da er unfiltriert gefüllt wird, kann sich mit der Zeit ein Depot bilden, welches ein Dekantieren nötig macht.

Tawny Ports

Roter Grundwein, der mehr Alterungspotential aufweist, wird als Tawny ausgebaut und gilt als fassgereifter Portwein. Ein solcher Wein wird nach der Lagerung in den grossen „balseiros“, in welchen zunächst alle roten Portweine reifen, in sogenannte „pipas“ umgefüllt. Das sind kleine Holzfässer mit etwa 550 Liter Fassungsvermögen. Hier reifen sie bis zu 40 Jahre lang. Der Wein verliert während dieser Zeit durch Oxidation viel seiner Farbe, wird bernsteinfarben. Trinktemperatur liegt bei den Tawnies zwischen 14 und 16 °C.

Die Tawny Ports werden folgendermassen kategorisiert:

        Standard Tawny Ports

        Tawny Ports mit Angabe der Reifejahre (10, 20, 30, 40)

        Colheita

 Standard Tawny Ports

Die Einstiegsvariante unter den Tawnies sind die Standard Tawny Ports. Nach etwa drei Jahren Reifung in „pipas“ werden diese Weine jung auf Flaschen gefüllt und sind für den direkten Genuss bestimmt. Sie sind in der Regel etwas heller als ein Standard Ruby Port und weisen leichte Anklänge von Nüssen und Rosinen auf.

10, 20, 30, 40 Jahre alte Tawny Ports

Bei Tawnies mit Altersangabe gibt die Jahresangabe das Mindestdurchschnittsalter der verwendeten Portweine an. Je älter sie sind, desto mehr Aromen von Nüssen, Trockenfrüchten und Karamell können auftreten.

Colheita

Der Colheita ist ein roter oder weisser Port eines Jahrgangs, der eine mindestens siebenjährige, oft deutlich längere Fassreife hinter sich hat. Er wird zum sofortigen Genuss abgefüllt (Abfülldatum auf Etikett beachten) und ist nicht für eine Reifung in der Flasche vorgesehen. Somit besteht kaum Risiko, ein durch Flaschenlagerung sich schlecht entwickeltes Exemplar zu erwischen, anders als bei einem Vintage Port.

 White Ports

Die weissen Portweine sind weniger traditionsreich als die roten. An Bedeutung haben sie erst in den letzten 30 Jahren gewonnen und man findet sie häufig als einfache, erschwingliche Qualitäten. Da sie über eine gewisse Feinheit verfügen, trinkt man sie am besten sehr kalt als Aperitif oder z.B. mit Tonic als Cocktail.

Pink-Ports (Rosé)

Der erste Pink-Port kam erst 2007 auf den Markt und war damals eine Neuerung unter den Portweinen. Hergestellt aus roten Trauben, werden sie als Rosé gekeltert und verhältnismässig kühl vergoren. Preislich vergleichbar mit den White Ports, könne auch diese gekühlt getrunken oder für Cocktails verwendet werden.

 

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