Barolo DOCG - König der Weine

Barolo - Wein für Fortgeschrittene

Schon mal spontan entschieden, einen Marathon am nächsten Tag mitzulaufen? Hoffentlich nicht. Wenn doch haben Sie wahrscheinlich die Erfahrung machen müssen, dass Training wichtig ist und der Mensch nicht aus dem Stand heraus zu Meisterleistung aufläuft.

Ähnlich ist es mit einem Barolo DOCG, dem bekannten Rotwein aus dem Nordwesten Italiens. Haben Sie sich vorgenommen, sich endlich einmal mit Wein auseinanderzusetzen und den Traubenerzeugnissen eine Chance zu geben, dann fangen Sie bitte nicht mit einem Barolo an. Er wird als der Wein der Könige bezeichnet, als König unter den Weinen. Doch täuschen Sie sich nicht, einem König begegnet man nicht unvorbereitet.

Das Barolo-Gebiet ist eine Reise wert

Das Gebiet Barolo DOCG ist etwa 2.000 Hektar groß und liegt in der Provinz Cuneo im Piemont. Dieses wiederum ist eines der größten Weingebiete Italiens (mit Europas größtem Reisanbau!) und grenzt an Frankreich und die Schweiz.

Reist man auf direktem Weg mit dem Auto an, so führt der Weg fast unweigerlich durch die Alpen, welche das Piemont sowohl in westlicher als auch in nördlicher Richtung begrenzen. Eine solche Fahrt über die Pässe ist allein schon eine Reise wert. Beeindruckend, wenn man im Hochsommer plötzlich wieder Schneewände neben sich aufragen sieht und die schroffe Schönheit der Felsen bewundern kann. Hat man die Höhe dann überwunden und fährt wieder talwärts, dauert es nicht lange und die Landschaft wandelt sich. Üppiges Grün in einer hügeligen Landschaft und irgendwann erspäht man die ersten Weinberge.

Ein schwieriger Charakter

Der Barolo ist ein großer, ein anspruchsvoller Wein. Er wird reinsortig aus der spätreifenden und kleinbeerigen Nebbiolo-Traube gewonnen. Seinen Namen erhält er von der gleichnamigen Gemeinde in der Nähe der Trüffelstadt Alba.

Dieser Rotwein strotzt nur so vor Jugendlichkeit! Kaum ein anderer Wein braucht so viel Zeit, um sich zu höchstem Trinkgenuss zu entwickeln. Wird er zu früh geöffnet, wirkt er dünn und sauer, bitter und kaum ansprechend. Seine kraftvolle Struktur, die auf markante Gerbstoffe und hohen Säuregehalt zurückzuführen ist, braucht Zeit, um sich zu wandeln. Einem klassischen Barolo darf man auch schon mal zehn Jahre Reifezeit lassen. Glücklicherwies gibt es auch schon welche, die früher getrunken werden können. Ein Barolo, der die Höhe seines Trinkgenusses erreicht hat, ist von einem schönen, hellen Ziegelrot. Dabei präsentiert er sich duftig und würzig zugleich, erinnert an Veilchen und Rosen und zeigt sich äußerst vielschichtig. Er kann erdig und teerig wirken, bringt dabei aber auch Anklänge von dunkler Schokolade und Trockenfrüchten mit.

Er kommt frühestens drei Jahre nach der Ernte auf den Markt und muss mindestens eineinhalb Jahre lang im Holzfass gereift haben. Nach einer Lagerungsdauer von fünf Jahren darf er sich Riserva nennen.

Wurden in Italien früher selten Weine einzelner Lagen ausgebaut, entwickelte sich dies immer mehr zur gängigen Praxis. Das Bordeaux zum Vorbild, wollte man das Potential von herausragendem Lesegut einzelner Lagen nicht mehr im Verschnitt ungenutzt verschwinden lassen. Der Barolo dankt es und präsentiert mitunter große Terroirunterschiede. So ist ein Barolo aus La Morra oft fruchtiger und würziger, während sich die Weine anderer Gemeinden tannin- und alkoholreicher präsentieren.

Mit der Zeit gehen - der moderne Barolo

Neben dem klassischen Barolo hat sich in den letzten Jahren auch eine modernere Version etabliert. Durch eine verkürzte Maischestandzeit wird verhindert, dass sich übermässig viel Tannin aus Traubenhaut und Kernen löst. Sogar mit Maischeerwärmung wird mitunter gearbeitet, um so die Fruchtigkeit zu steigern. Wird der Wein in neue Barriques, statt in große Holzfässer gelegt, hinterlässt das typische Röstaromen. Der Ausbau mit erhöhtem Luftkontakt macht die herben Gerbstoffe schnell runder und harmonischer. Dieser moderne Barolo ist um einiges zugänglicher und fordert nicht eine ganz so lange Reifezeit für sich ein.

Michele Reverdito - einer, der sein Handwerk versteht

Die Leidenschaft von Michele Reverdito für seine Heimat ist nicht zu leugnen. Zusammen mit seiner Schwester Sabina leitet er das Familiengut, welches im Jahr 2000 gegründet wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Vater der Geschwister immer mal wieder Weinberge gekauft und heute verfügt die Familie über 22 Hektar in den besten Lagen. Die Reverditos begegnen der Natur mit größtem Respekt und Achtung. In den Weinbergen werden keine chemischen Unkrautvernichter eingesetzt, auch keine Pestizide oder Fungizide. Kupfer und Schwefel werden verwendet, um einen Mehltaubefall zu verhindern. Gedüngt wird ebenfalls nur biologisch. Der Erhalt der Biodervistität und ein achtsamer Umgang im Weinberg ist ihnen eine Herzensache. Michele betont gerne, dass die Qualität eines Weines im Weinberg und nicht im Keller entsteht. Und so spiegelt jeder seiner sieben Barolos den Weinberg, aus dem er stammt wider.

Schon sein Einstiegsbarolo zeigt sich ausdrucksstark und mit einnehmendem Duft. Weiter können wir Ihnen andere Barolos aus weiteren Lagen anbieten. Ein jeder offenbart einen anderen Charakter. Der Einfluss der Wetterlage, des Terroirs und des Ausbaus, dies alles hinterlässt einen Fingerabdruck und prägt den Wein.

Blick über den Tellerrand Stadtrand

Gut, der Barolo sollte also nicht Ihre erste Wahl für einen Einstieg in die Welt der Weine sein. Sie hätten trotzdem gerne einen piemontesischen Wein aus dieser Gegend? Dann versuchen Sie einen Barbera DOC, welcher kaum 20 km Luftlinie entfernt wächst. Während sich ein guter Barolo mit um die 30 Euro immer etwas kosten lässt, muss man für einen Barbera auch weit weniger auf den Tisch legen. Auch die Reverditos bieten drei schöne Barberas an, die sich hinter dem König der Weine gewiss nicht verstecken müssen.

Hier geht es zu Reverditos Barolos & Barberas im Wein Riegger-Onlineshop

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